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#017 – diese Fragen solltest du dir täglich stellen

Ich habe letzte Woche (Folge 15) über meine Planungsrituale gesprochen. Ein Bestandteil meines Planungsrituals ist natürlich auch Controlling und ein gutes Tool dafür sind Leitfragen.

Und damit Willkommen zu einer neuen Folge von Attacke! – dem Podcast für Unternehmer, Selbst & Ständige und all jene, die nicht länger Zeit gegen Geld tauschen wollen. Mein Name ist Michael, und ich freue mich, dass du heute wieder mit dabei bist.

Controlling verstehen viele im negativen Kontext als Kontrolle. Controlling ist jedoch absolut wertfrei.

Das Cockpit im Auto zeigt Kontroll- und Warnleuchten. Diese helfen mir dabei, mein Auto zu steuern und in die richtige Richtung zu fahren.

Es ist letztendlich dann in meiner Hand auf diese Controlling-Instrumente zu reagieren. Ich kann die Warnleuchte ignorieren oder ich kann mich entscheiden meine Aktion anzupassen.

Das ist gegebenenfalls situationsabhängig.

Die Reserveleuchte wird mich vielleicht weniger interessieren, wenn ich sowieso gerade Parkplatz suche und die Anzeige, dass das Scheibenreinigungsmittel leer ist, wird mich, wenn es regnet, vermutlich auch gerade nicht wirklich stören.

Die Controllinginstrumente helfen mir also lediglich eine Entscheidung treffen zu können. Die Entscheidung jedoch bleibt am Ende bei mir.

Dabei ist es natürlich wichtig zu verstehen, dass die Kontrolleuchten, die ich im Auto nicht habe, somit auch nicht von mir genutzt werden können. Ein Beispiel dazu ist der Reifendruck. Mein erstes Auto hatte keine Reifendruckanzeige. Heute ist es üblich, dass jedes neue Auto das hat und mein aktuelles Auto meldet sich regelmäßig, dass es doch mal wieder an der Zeit wäre, den Reifendruck zu erhöhen.

Ist das jetzt lästig? Oder ist das praktisch?

Beim Aufbau von Systemen, im Business, in jedem Projekt, ja bei jedem Ziel ist es aus meiner Sicht unerlässlich bereits zu Beginn ein Controllingsinstrument zu implementieren, um zu wissen, ob man sich in Richtung Ziel bewegt.

Und daher gehört für mich natürlich auch für meine persönlichen Ziele eine Art Controlling-Mechanismus dazu.

Und auf eines dieser Controlling-Instrumente möchte ich mit dir in der heutigen Folge näher eingehen. Das sind Leitfragen.

Diese Leitfragen habe ich über die Jahre aus diversen Büchern entnommen und für mich angepasst. Jedes Ziel benötigt zu einem gewissen Grad auch andere Leitfragen. Das Ziel der Leitfragen ist es mir selbst Fragen zu stellen, die ich mir im Alltag nicht stellen würde. Eine Art Blick von außen auf das große Ganze.

Ich weiß gar nicht mehr, aus welchen Büchern in Summe ich die Leitfragen alle habe. Eines davon ist das Unternehmersystem von Stefan Merath (Buchtipp), dass ich vor vielen Jahren gelesen habe und sehr gut dieses Thema aufgreift und ich daher natürlich gerne in den Shownotes verlinke. Andere Bücher, die bei der Wahl der Leitfragen helfen sind Bücher von Brian Tracy, Bodo Schäfer oder Jack Canfield.

Ich habe Tagesleitfragen, Wochenleitfragen, Quartals und Jahresleitfragen und da gehen wir jetzt hinein.

Vielleicht zu Beginn noch zur Herangehensweise. Es bringt gar nichts Leitfragen einfach 1:1 blind zu übernehmen. Es gibt Leitfragen, die passen einfach auf jede Lebenssituation und zu jedem Ziel. Das sind auch Leitfragen, die ich zum Beispiel immer übernehmen und auch versuche immer zu beantworten. Und dann gibt es Leitfragen, die sind Zielspezifisch und wechsle ich regelmäßig aus.

Also d.h. am Anfang steht das Ziel, erst dann kommt das Controlling instrument, das mir helfen soll, zu schauen, ob ich am richtig Weg bin. Also erst zum konkreten Ziel kommen die passenden Leitfragen.

Gerade am Anfang, ist es wichtig, sich zu zwingen, über jede Frage tatsächlich nachzudenken. Wenn man das zum ersten Mal macht, werden einem zu vielen Fragen einfach keine Antworten einfallen. Das ist nicht schlimm, das gehört zum Prozess dazu. Dein Gehirn muss sich erst daran gewöhnen, dass es künftig Antworten auf diese Fragen liefern soll. Und je öfters zu das machst, desto eher werden dir Antworten einfallen.

In meinem Führungsteam z.B. habe ich diesen Gedanken der Leitfragen ebenso implementiert.

Meine Projektleiter mussten in das wöchentliche Projekt-Jour-fix ihre persönlichen 3 Wins mitnehmen. Es mussten 3 sein. Nicht eins, nicht zwei. Sondern stets 3. Und das fiel den meisten am Anfang schwer. Auch bei den Teammanagern war es mir wichtig, dass diese am Ende ihrer Schicht jeden Tag 5-6 Fragen in einer Art Tagesbericht für sich selbst beantworten. Da schaute niemand rein, das war für jeden Teammanager ein persönliches Tool. Und natürlich war es auch hier am Anfang schwer für viele, sich diesen Fragen zu stellen.

Mit der Zeit arbeitet man jedoch bereits automatisch auf die Beantwortung und damit letztendlich auf die Erfüllung der Leitfragen hin. Also 3 Wins pro Woche zu präsentieren, bedeutet ja auch, dass ich jede Woche an 3 Dingen arbeiten muss, diese nach vorne bringen muss, um einen Win zu haben. Und genau darum geht es ja. Ich habe ja Ziele nicht der Ziele wegen, sondern weil ich sie erreichen möchte.

Bevor wir in die genauen Leitfragen reingehen, vielleicht auch noch kurz, in welcher Form ich die Fragen beantworte. Also ich beantworte alle Fragen ausgeschrieben entweder auf Papier oder in der Day One App auf meinem Mac – probiere das am besten auch für dich selbst aus – welche App du verwendest ist dabei nebensächlich.

Sie nur mündlich zu durchdenken hat nicht den selben Effekt, wie sich wirklich damit auseinanderzusetzen und die eigenen Gedanken auszuformulieren und sie niederzuschreiben. In meinem Planungstools gibt es ebenso Leitfragen, die beantworte ich alle auf Papier. Denken auf Papier ist ein für mich persönlich immer noch sehr wichtiges und gutes Instrument. Für die tägliche Beantwortung der Leitfragen hat sich für mich die Verwendung einer App jedoch als ebenso gut herausgestellt. Vor allem mag ich es, wenn mir die App jeden Tag die Einträge der letzten Jahre von genau diesem Tag anzeigt. Nachdem in der App mittlerweile Einträge der letzten sechs Jahren enthalten sind, gehört es zu meiner Morgenroutine diese Einträge jeden Tag kurz zu überfliegen. Es manchmal erschreckend, manchmal auch sehr motivierend die eigenen Gedanken, die man genau vor 2 oder 3 Jahren an diesen Tag hatte. Schriftliche Journale zu durchblättern und zu lesen, hat einen ähnlichen Effekt mit einem anderen Blickwinkel.

Gut. Dann gehen wir mal in meine Leitfragen.

Tagesleitfragen

Ich plane am Vorabend meinen Tag und in meinem Planungstool schreibe ich im Zuge dessen meine 3 wichtigsten Aufgaben für den kommenden Tag hinein. Ebenso stelle ich mir meine Leitfragen und versuche diese zu beantworten. Meine Tagesleitfragen beantworte ich im Schnitt 4-5 x pro Woche. Es gibt immer wieder mal einen Tag, wo ich einfach nicht dazu komme, wo meine Abendroutine dann verkürzter ist als sonst. Aber prinzipiell versuche ich es jeden Abend einzuplanen. Das ganze dauert im Normalfall für mich 5 Minuten, weil ich es mittlerweile einfach gewohnt bin. Am Anfang kann das jedoch auch gut 30 Minuten dauern.

Als erstes stelle ich mir die Frage nach meinen Wins des Tages, gefolgt von der Frage, warum erscheint mir gerade das als Erfolg? Diese beiden Fragen versuche ich täglich zu beantworten. Jeder Tag sollte einen Win enthalten, schließlich ist jeder Tag lebenswert. Diese beiden Fragen sind aus meiner Sicht die wichtigsten Fragen überhaupt, weil sie den Fokus bestimmen. Den Fokus auf die positiven Dinge im Leben. Die Frage nach den Wins könnte auch lauten: Was ist dir heute gut gelungen? Auf was bist du heute besonders stolz? Wen hast du heute kennengelernt? Usw.

Dann frage ich mich:

  • Was kann ich optimieren?
  • Inwiefern bin ich meinen Zielen heute näher gekommen?
  • Habe ich die Unternehmeraufgaben, die ich angehen wollte, erfüllt? Falls nein, was war die Ursache?
  • Wo ergeben sich neue Chancen?
  • Wofür bin ich dankbar?
  • Welche 5 Dinge habe ich heute gelernt?

Wochenleitfragen

Meine Wochenleitfragen sind folgende:

  • Habe ich meinen aktuellen Engpass gelöst?

Ich definiere jede Woche in meinen Projekten den Engpass. Daraus ergeben sich die wichtigsten Aufgaben für die kommenden Tage und mit dieser Frage, die ein einfaches Ja oder Nein ermöglicht, kontrolliere ich, ob ich an der wichtigsten Aufgabe auch dran war.

Die nächsten Fragen lautet dann:

  • Falls ja, wie lautet der neue Engpass?
  • Falls nein, wo liegt der beste Ansatzpunkt im Kontrollbereich? Welche Glaubenssätze könnten zu einer Lösung führen?
  • Gibt es einen einfacheren und direkteren Weg meine primären Ziele zu erreichen?
  • Was ist diese Woche schlechter gelaufen als geplant? Was ist gut daran? Welche Möglichkeiten gibt es bzw. ergeben sich daraus?
  • Wenn ich meine Träume bereits verwirklicht hätte, was würde ich dann anders machen? Inwiefern würde ich mich dann jetzt anders verhalten?
  • Was davon kann ich jetzt schon tun?
  • Was sollte ich nicht mehr tun?
  • Wann war ich diese Woche richtig glücklich?
  • Wie kann ich dies öfters sein?
  • Wo habe ich diese Woche Grenzen überschritten?
  • Welche Grenzen warten auf die Überwindung?
  • Wie kann ich den Nutzen und Wert für meine Zielgruppe erhöhen?
  • Welche unterstützende Kräfte gibt es und was kann ich für diese Menschen tun?
  • Was habe ich diese Woche alles aufgeschoben?
  • Wo habe ich diese Woche meinen inneren Schweinehund besiegt?
  • Waren wirklich alle Ausgaben diese Woche notwendig?
  • Wie hoch ist mein aktueller Stundenlohn?

In meinem Planungstool werden jede Woche darüber hinaus unterschiedliche Leitfragen gestellt. Ein paar Beispiele

  • Was war gut in dieser Woche?
  • Was habe ich diese Woche gelernt?
  • Was habe ich diese Woche delegiert? Wie kann ich das öfters machen?
  • Was hat mich diese Woche so stark herausgefordert, dass ich daran wachsen durfte?
  • Welche Bereiche meines Businesses brauchen Verbesserung?
  • Wie gut war mein Fokus in dieser Woche?
  • Welche neue Routine braucht es?
  • Welchen Fortschritt gab es in meinem Team?
  • Welche Bereiche in meinem Unternehmen sind für 80 % meiner Ergebnisse verantwortlich? Wie kann ich diese Bereiche vergrößeren?
  • Wie organisiert war ich diese Woche?
  • Wie kann ich mehr Wert für mein Team liefern?
  • Wie kann ich positiver in meinen Gedanken, Wörter und Handlungen sein?
  • Wie zufrieden war ich in meiner Arbeit?

Usw.

Du siehst es gibt eine Vielzahl an Fragen, die man sich selbst stellen kann. Gehen wir auch noch in meine Quartalsfragen hinein:

Quartalsleitfragen

  1. kann ich auf Basis meiner Ideen etwas an den Jahreszielen ändern um meine langfristige Vision leichter zu verwirklichen?
  2. welche Aufgaben für meine nächste Jahresplanung kann ich jetzt schon erledigen?
  3. was will ich im nächsten Quartal lernen?
  4. welche neuen Gewohnheiten würden mir helfen
  5. was geht mit einem Trainer, Mentor, Coach besser?
  6. wer wird dies sein?
  7. welche Aktivitäten waren mit Blick auf meine Jahresziele wirklich effektiv?
  8. würde mehr davon meine Effektivität steigern?
  9. welche Fragen kann ich aus meinen Leitfragen streichen?
  10. welche kann ich auf Grundlage  meiner Ideenliste ergänzen?
  11. mit welchen Bildern kann ich meine Ziele noch stärker visualisieren?
  12. welche Teilziele will ich im nächsten Quartal erreichen?

Ich hoffe, ich konnte dich inspirieren dir deine persönlichen Leitfragen zusammenzustellen und freu mich wie immer auch auf dein Feedback. Gerne auf Linkedin oder Instagram als persönliche Nachricht oder als Kommentar zum entsprechend Post.

Vielleicht hast du jemand in deinem Umfeld, für den diese Folge wertvoll sein kann. Leite sie ihm doch bitte weiter. Der Link dafür ist attacke.show/17

Falls du es noch nicht getan hast – abonniere diesen Podcast! Danke. Viel Erfolg die Woche. Attacke!