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#019 – mein 2020

2020 neigt sich rasant dem Ende zu. Und dieses Jahr war wohl für alle ganz anders, als ursprünglich gedacht. In der heutigen Folge nehme ich dich in mein Jahr 2020 mit und damit willkommen zu einer neuen Folge von Attacke – dem Podcast für Unternehmer, Selbst & Ständige und all jene, die nicht länger Zeit gegen Geld tauschen wollen.

Bevor ich zu 2020 komme, lass mich ein bisschen ausholen …

Ich habe mich im letzten Jahr dazu entschieden die Geschäftsführung die ich im Rahmen eines ursprünglichen Consulting-Auftrags für ein Service Center übernommen habe, zu beenden. Ich habe damals als Consultant meine Expertise und Empfehlungen für den Umbau eines Service Centers mit rund 30 Mitarbeitern gegeben. Der damalige Geschäftsführer hat meine Empfehlungen nicht mitgetragen und so wurde ich zum Geschäftsführer und baute einen Betrieb von über 200 Mitarbeitern auf. Über die Jahre kehrte Stillstand ein und ich began zu Hinterfragen, wohin ich möchte. Ich fand sehr lange keine Antwort darauf – mit der Zeit frustrierte ich immer mehr und wurde unzufrieden mit der Situation.

Mein Medienhaus, das ich 2005 aufgebaut hatte, bekam immer weniger Fokus und im Service Center kehrte immer mehr die Routine und damit auch die Langeweile ein. Es fehlte an Herausforderungen.

Ich konnte jedoch nie so wirklich richtig greifen, woran es lag. Auch hatte ich lange eine falsche Definition von meinem persönlichen Erfolg. In meinem Kopf hatte ich mit 32 alles erreicht, was man so erreichen konnte – was soll da jetzt noch groß kommen?!

Ich musste also zunächst erst einmal meinen Erfolg neu definieren.

Ich lass vor ein paar Jahren das Buch „Lust an Leistung“ von Felix von Cube. Die erste Hälfte des Buches war irgendwie komisch und ich wusste nicht so recht, was ich damit anfangen sollte. Je mehr ich in dem Buch gelesen habe, desto mehr jedoch erkannte ich, warum ich damals so dachte und was mein eigentliches Problem war.

Ich war einfach zufrieden. Ich hatte mir zu kleine Ziele gesetzt. Ich hatte meinen persönlichen Erfolg zu klein definiert. Dadurch fehlte mir der Antrieb mich zu verändern, neue Ziele wirklich anzugehen.

Mein Learning damals war:

Sei dankbar was du erreichst, aber gib dich nicht zufrieden.

Das war damals der Ausschlag, dass ich Vollgas in meine persönliche Weiterentwicklung investiere. Ich besuchte ab 2018 diverse Seminare, schraubte mein Pensum an Bücher und Hörbücher, dass ich las, um ein vielfaches in de Höhe und wollte für mich klären wo ich hin will.

Mit dem Ergebnis, die Unzufriedenheit wurde größer – die Antwort blieb jedoch aus.

Letztes Jahr hab ich dann Entschluss gefasst, die Geschäftsführung zu beenden um 2020 neu durchzustarten. Mit was war mir egal – ich wollte einfach mal raus aus den alten Routinen.

Ich bin der Meinung, dass Wege entstehen, in dem man sie geht. Und dazu ist es manchmal notwendig, dass man den Garten vorher umschneidet, bevor man ihn neu bepflanzen kann und neue Wege lege kann.

Ich habe mit der Eigentümervertretung noch ein recht lange Übergangsphase vereinbart und so blieb ich noch bis März 2020 in der Geschäftsführung. Im Jänner diesen Jahres habe ich ein Büro angemietet – mein Plan war es im April mit 2 Mitarbeitern neu durchzustarten. Mein Medienhaus von print auf digital umzustellen und Vollgas zu geben.

Das Leben machte mir da einen Strich durch die Rechnung. Also orientierte ich mich neu und schaute mir viele Business Modelle an. Ich vertiefte mein Wissen im Online Marketing, startete im Sommer ein Mentorship Programm für Marketing Automation, dass noch bis März 2021 geht und beschäftigte mich noch mehr mit den Fragen:

  • Wie will ich leben?
  • Wo will ich hin?
  • Was will ich machen?
  • Usw.

Ich startete meinen Podcast und lernte dadurch viele spannende Menschen kennen. Und deren Erfahrungen und Überlegungen, warum sie dort sind wo sie heute stehen, half auch mir immer wieder über genau die vorhin erwähnten Fragen noch bessere Antworten zu finden.

Mein 2020 verlief gänzlich anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich glaube, es geht allen Menschen so. Ich habe für mich einen Weg gefunden, wie ich den größten Nutzen aus der Situation für mich heraushole – zu klären, was ich wirklich möchte.

Ich hatte in mir einen Kampf auszutragen.

Z.B. war für mich klar, als ich letztes Jahr den Entschluss gefasst habe, wieder mich mir um mein Medienhaus zu kümmern, dass ich ein Büro brauche.

So nach dem Motto ein Unternehmen braucht ein Büro für seine Mitarbeiter. Und ohne Büro nur zu Hause – das hatte ich schon damals als ich mein Medienhaus 2005 begonnen habe aufzubauen – das wollte ich nicht nochmal.

Auf der anderen Seite finde ich es jedoch auch den Gedanken spannend, nicht ganz so sesshaft zu sein. Vielleicht ein Jahr in Barcelona zu leben und zu arbeiten, ein anderes Jahr in Dubai zu leben und zu arbeiten usw.

Wie verbindet man also Büro und diese Art zu leben?

Und da fand ich das Gespräch mit Natalia (Folge 6) mega inspirierend. Sie erzählt davon, wie sie ihr Leben als Lifstyle Entrepreneur neu definiert hat.

Und je mehr dieses 2020 vorüber geht, desto mehr merke ich, dass ich auch wieder öfters zu Hause bin und von zu Haus arbeite, obwohl ich ein toll eingerichtest Büro in Fußnähe habe … ich stell mir immer öfters die Frage ,ob es nicht besser gewesen wäre, ein größere Wohnung zu suchen, wo ich beides verbinden kann …

Naja, vielleicht kommt das dann 2021 … mal schauen

Einen weiteren Kampf hatte ich in mir austragen hinsichtlich, dem was ich anbieten möchte.

Ich möchte Menschen helfen. Vor allem möchte ich Menschen helfen nicht länger Zeit gegen Geld zu tauschen.

Und ich glaube auch, dass dieser Wunsch, anderen zu helfen, ganz tief in uns allen drinnen ist.

Es gibt einfach 1000e Varianten, wie sich das für einen selbst zeigt bzw. auf welche Art man das möchte und auch umsetzen kann.

Im Mai / Juni war für mich klar, dass ich den Neustart des Medienhauses in diesem Jahr nicht durchführen kann, weil viele meiner Kunden einfach andere Sorgen haben, als z.B. die Werbung für 2021. Ich gebe seit 2010 z.B. einen Hochzeitsguide heraus, den man über Messen usw. kostenfrei bekommt. Jetzt war dieses Jahr weder ein Jahr, in dem Messen noch in dem Hochzeiten möglich waren.

Also beschäftigte ich mich mit dem Wunsch in mir, wie kann ich anderen Menschen dann helfen. Es gab für mich zwei Wege. Entweder als eine Art Coach oder als Dienstleister. In der einen Variante, unterstützt man Menschen dabei selbst voran zu kommen. In der anderen Variante, übernehme ich die Dinge und sorge für die Ergebnisse.

Durch das Mentorship für Marketing Automation war für mich klar, dass eine Agentur, so wie ich das schon mit 19 einmal mit einem Freund gemeinsam gegründet hatte, eine für mich passende Möglichkeit sein kann, genau das zu tun. Anderen Unternehmern helfen, in dem ich ihr Marketing, ihre Kunden-Prozesse und ihre Kundenkommunikation automatisiere.

Ursprünglich wollte ich das Mentorship machen, weil ich die Zeit nutzen wollte, und die Inhalte gut auch für die digitalisierung meiner Medien nützlich sind. Andererseits ist gerade jetzt die Zeit wo sich KMUs massiv Gedanken über diese Themen machen müssen  …

In der zwischenzeit habe ich für meinen Podcast ein Gespräch mit Dawid geführt, der lange eine Performance agentur hatte, die er vor ein paar Jahre verkauft hat (das ist Folge 8). Und er sagte einen Satz, der mich nicht mehr los lies: „Er fand für sich heraus, dass er diese Art von Kundengeschäft nicht länger mochte. Das auf andere angewiesen sein.“

Ich merkte, dass dieser Satz auch für mich stimmt.

Und je mehr Zeit ich mit dem Mentorship verbrachte und in den Aufbau der Agentur investiere, je mehr Aktionen ich in diese Richtung setze und mit je mehr Menschen ich spreche, desto mehr lässt mich diese Aussage von Dawid nicht mehr los.

2020 war mein Jahr des Ausprobieren. Ein Jahr um Klarheit zu finden. Ein Jahr, in dem ich mich nochmals auf meine Werte versucht habe zu fokussieren und diese gerade erwähnten aber auch nicht viele weitere Kämpfe in mir auszutragen. Lieber links oder lieber rechts abbiegen. Und wenn man abgebogen ist, nochmals zurück zu gehen und doch die andere Abzweigung zu nehmen.

Ich habe durch LinkedIn und durch meinen Podcast viele spannende Menschen kennengelernt. Und vor allem habe ich mich selbst nochmals neu kennengelernt.

Und ich möchte genau das für 2021 fortsetzen. Noch mehr mit Menschen direkt zusammen arbeiten.

Ich freu mich total auf die Gäste, die ich 2021 für dich und wie du anhand dieser Folge gemerkt hast, auch für mich in diesen Podcast einlade.

Ich hoffe, auch du kannst aus all diesen Folgen Inputs mitnehmen, die dich und dein Leben bereichern.

Was ist deine Erkenntnis von 2020 für dich? Was nimmst du mit aus diesem Jahr? Ich freu mich wie immer auf dein Feedback auf meinem Instagram Kanal. Gerne als Voice Message oder als Kommentar zum passenden Post.

Schreib mir, welche Themen dich bewegen und was du von 2021 von mir und diesem Podcast erwartest.

Ich freu mich drauf. Ich wünsche dir eine erfolgreiche Woche

Bis zur nächsten Folge. Attacke!