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#027 – Ist Zeit oder Geld wichtiger?

Als ich mit 26 mein Medienhaus begonnen hatte aufzubauen, machte ich einen Deal mit mir. Ich verzichte auf Zeit und Geld eine Zeit lang, und widme mich voll meiner Selbstständigkeit. Reich wurde ich mit diesem Mindset nicht.

Erst als ich meine Einstellung zu Zeit und Geld änderte, änderte sich alles für mich.

Was ist wichtiger Geld oder Zeit? Diese Frage hat jemand auf LinkedIn als Beitrag geteilt und mich hat das inspiriert diese Folge für dich aufzunehmen und damit willkommen zu einer neuen Folge von Attacke! – dem Podcast für Unternehmer, Selbst&Ständige und all jene, die nicht länger Zeit gegen Geld tauschen wollen. Mein Name ist Michael und ich freu mich, dass du heute wieder mit dabei bist.

Was ist wichtiger Geld oder Zeit?

Jetzt sagen die einen sofort: Zeit natürlich, weil Zeit kommt nicht wieder. Und Zeit mit der Familie usw. ist doch wertvoll. Die anderen würden jetzt sagen: Die Menschen, die sagen Zeit ist ihnen wichtiger, als Geld – das sind einfach jene Menschen, die kein Geld haben. Oder dass derjenige einfach nur nicht zugeben möchte, dass Geld doch wichtiger ist, weil das Streben nach Geld in unserer Gesellschaft negativ gewertet wird.

Oft ist es doch so … hast du viel Zeit, dann hast du meistens kein Geld. Und arbeitest du ganz viel, dann hast du vielleicht ausreichend oder vielleicht auch richtig viel Geld, aber oft dann keine Zeit. So oder so ähnlich sind viele unsere Glaubenssätze.

Vor vielen vielen Jahren hab ich mal eine Geschichte gehört und die möchte ich kurz mit dir teilen:

Der Fischer & der Manager

Ein Fischer – irgendwo am Meer – fährt jeden Tag mit seinem kleinen Fischerboot raus, fängt zwei Fische und kehrt am Mittag wieder zurück zu seiner Familie. Gemeinsam grillen sie die Fische am Strand und verbringen anschliessend die Zeit miteinander.

Irgendwann kommt ein Manager, irgendeinen hoher Unternehmer, vorbei und macht im Dorf des Fischers Ferien. Er beobachtet den Fischer für ein paar Tage und wundert sich, warum der Fischer immer nur mit zwei Fischen wieder zurück kommt.

Ganz der Unternehmer, der er ist, geht er irgendwann zum Fischer und fragt diesen, warum er eigentlich immer nur zwei Fische fange und ob dann da draussen denn nicht mehr zu angeln wären.

Die Antwort des Fischers ist, dass es selbstverständlich mehr Fische gäbe, aber dass ja die zwei Fische, die er täglich fange, genug seien für ihn und seine Familie.

Daraufhin schlägt der Unternehmer folgendes vor: „Du könntest doch trotzdem mehr Fische fangen und die übrigen dann einfach verkaufen?“

Der Fischer fragt zurück, was er dann davon hätte, woraufhin der Unternehmer ihm mitteilt: „Dann kannst du mit dem Verkauf der übrigen Fische noch zusätzlich Geld verdienen.

Der Fischer fragt wieder: „Und was mache ich dann mit dem zusätzlichen Geld?“ – „Du kannst irgendwann vielleicht sogar Mitarbeiter anstellen!“

Erneut wundert sich der Fischer und fragt: „Und was mache ich dann mit den MItarbeitern?“ 

Naja, mit mehr Mitarbeitern kannst du dann noch mehr Fische fangen und diese verkaufen und damit noch mehr Geld verdienen„, antwortet der Manager.

Aber auch hier erkennt der Fischer den Wert noch nicht und fragt wieder: „Und dann?

Dann hast du vielleicht irgendwann eine eigene Fabrik, ein wirklich grosses Unternehmen, und kannst sehr viel mehr verkaufen und verdienen!„, erwidert der Manager.

Und was habe ich davon?„, fragt der Fischer wieder. „Tja, irgendwann, dann verdienst du vielleicht so viel Geld, dass du gar nicht mehr arbeiten musst!!! Das wäre doch toll!„, ruft der Manager begeistert aus.

Und wenn ich dann nicht mehr arbeiten muss, kann ich dann machen, was ich will?

Hocherfreut, dass der Fischer nun scheinbar verstanden hatte, antwortet der Manager: „Ja, absolut! Du musst nicht mehr arbeiten und kannst tun und lassen, was du willst!

Kann ich dann auch jeden Tag mit meinem Boot rausfahren? Zwei Fische für mich und meine Familie fangen? Diese zum Mittagessen grillen? Und den Nachmittag dann mit meiner Frau und den Kindern am Strand verbringen und die Zeit geniessen?

Ja, all das kannst du dann tun!“ bestätigt der Manager.

Nachdenklich schaut der Fischer ihn an… und antwortet schliesslich: „Aber genau das mache ich doch jetzt schon jeden Tag!

Was nehme ich persönlich aus dieser Geschichte für mich mit, um die Frage nach dem Geld und der Zeit für mich zu beantworten?

Aus meiner Sicht ist Zeit das Kostbarste was wir haben. Es ist das einzige, dass für uns alle nach den gleichen Regeln abläuft. Wir bekommen jeden Tag 1.000 Minuten geschenkt, wenn wir so plus / minus den Schlaf abziehen. Die Frage ist, was du mit den 1.000 Minuten jeden Tag anstellen möchtest. Und auch verbindet uns alle, dass wir weder auf Pause drücken können, noch zurückspulen können, noch wissen wir, wie oft wir dieses tägliche Geschenk aufs neue bekomme.

Wie ist das mit Geld? Aus meiner Sicht ist Geld weder gut noch schlecht. Geld ist einfach gespeicherte Energie. Es ist gespeicherte Zeit.

Am Ende ist bei beiden, also sowohl bei Geld, als auch bei Zeit, entscheidend, wie du beides nutzt.

Wenn du die 1.000 Minuten täglich nicht nutzt, um für dich selbst voran zu kommen, wird nichts entstehen. Wenn du Geld verdienst und das nicht für dich nutzt, wird auch hier nichts entstehen.

Aus meiner Sicht ist die Frage also gar nicht so sehr, wofür entscheidest du dich oder was ist wichtiger: Geld oder Zeit? Denn hat man Geld richtig verstanden, dann ist es eine Ressource, die man letztendlich in jede Richtung verwenden kann.

Oft haben wir den Umgang mit Geld nicht wirklich gelernt, haben unendlich viele Glaubenssätze in uns, die Geld verurteilen und es teilweise auch unmöglich machen, Geld wirklich anzuhäufen und es entsprechend zu verwenden.

Ein Beispiel, dass vermutlich viele Selbstständige kennen. Man beginnt aus einem Hobby heraus oder aus einer Idee heraus, sich selbstständig zu machen. Geld wird als nicht so wichtig erachtet, Preise werden nach Kosten und nicht nach Wert kalkuliert, viele Tätigkeiten die eine Selbstständigkeit mit sich bringt, wie z. B. Buchhaltung, Marketing, usw. rauben viel Zeit, weil man gerade einmal so viel verdient, dass man zwar davon leben kann, aber eben auch nicht wirklich diese Dinge abgeben kann.

Man hat weder damit gerechnet, dass es so viel Administratives ist, neben der Arbeit die man ja eigentlich als selbstständiger macht, noch glaubt man, dass es billiger ist, wenn es andere machen, also macht man es am Abend oder am Wochenende.

Ein, zwei, drei Jahre lügt man sich selbst an, in dem man sich selbst die Story erzählt, dass man dafür ja das macht, was man eigentlich machen möchte. Sein Hobby zum Beruf gemacht hat und es kann halt nicht nur „schön“ sein, man muss halt auch Dinge machen, die dazu gehören, aber dafür kann ich dann ja wieder das machen, was ich will.

Das sind die gleichen Menschen, die auf die Frage: Was ist wichtiger Zeit oder Geld, auch klarerweise mit Zeit antworten.

Doch wenn wir ehrlich sind, und das ganz kurz reflektieren, ist das ein Widerspruch. Denn ist es wirklich Zeit, die wir wertschätzen, wenn wir 60-70 oder noch mehr Stunden arbeiten, um am Ende gerade mal so über die Runden zu kommen, mit der ewig gleichen Ausrede, dass ich dafür aber mein Hobby zum Beruf gemacht habe?

Als ich mit 26 mein Medienhaus aufgebaut habe, war ich genau so. Ich war auf einer kaufmännischen Schule, als das administrative, dass so nebenbei anfällt, störte mich nicht. Ich konnte es, ich mochte es auch. Aber es klar, es kostete mich 30-40 % meiner Zeit. Es störte mich nicht. Ich war jung und hatte für mich einen Deal, dass ich mir bis 30 nehme und aufbaue.

Ich hab mich selbst angelogen, um mich bei Laune zu halten. Denn ja klar, nimmt man für die eigenen selbstständigkeit einiges in Kauf und rechtfertigt dass sich selbst dann, dass das dazugehört und dass das auch ok ist usw.

Doch wie kommen wie wirklich aus dieser Situation raus? Und wenn wir ehrlich sind, ist das nicht ein Verzicht? Und wie lange möchtest du auf das Verzichten, was du wirklich willst?

So paradox es ist … am Beginn meiner Selbstständigkeit habe ich mir natürlich wenig raus genommen aus der Firma. Ich habe mir gerade einmal so viel genommen, dass ich meine Miete usw. bezahlen konnte. Urlaub usw. war nicht wirklich drin. Und das war der Deal, den ich mit mir eingegangen bin. Und das ging Jahre lang so.

Wollte ich etwas anderes?

Ja klar, schließlich hatte ich eine Vision von meinem Unternehmen, und natürlich auch, dass mein Einkommen früher oder später wächst. Doch warum sollte es von alleine wachsen, wenn ich mir selbst gegenüber jeden Monat eine Story erzähle, dass ich nur das notwendigste bekomme? Ich meinen eigenen Wert kleinrede?

Und jetzt das paradoxe: Als ich plötzlich das doppelte raus genommen habe, ging meine Firma nicht unter, sondern es ging endlich aufwärts. Ich habe damals einige Bücher zum Thema Geld gelesen, und z.B. das Kontenmodell von Bodo Schäfer eingeführt. Für mich war das ein Game Changer.

Meine Situation hat sich also erst geändert, als ich einen anderen Bezug zu Geld bekommen habe. Erst als ich verstanden habe, dass Geld mir selbst gegenüber eine Wertschätzung ist. Erst als ich verstanden habe, dass Geld Energie ist, die fließen muss. Erst als ich outgesourct habe, Dinge abgegeben habe, erst dann habe ich am Ende tatsächlich Zeit bekommen.

Also eigentlich habe ich damit nicht nur einen anderen Bezug zu Geld, sondern viel mehr einen anderen Bezug zu Zeit bekommen. Wenn dir Zeit also wirklich wichtig ist und du bei der Frage „Was ist wichtiger Zeit oder Geld“, mit Zeit antwortest, musst du somit zunächst deinen Fokus auf das Geld legen.

Schau … wenn du sagst, du brauchst die Summe X zum leben. Und die Summe X musst du nicht rechtfertigen, nimm die Summe, mit der du dich wohl fühlst. Sagen wir das sind 10.000 Euro, weil du musst natürlich Sozialversicherung, Einkommensteuer, Auto, Miete fürs Büro oder je nachdem was du an Kosten usw noch hast dazu rechnen – aber am Ende ist die Zahl Deine Zahl ob 5.000, 10.000 oder 100.000 – ganz egal. Wenn du das dann durch die Zeit, die du pro Monat arbeiten möchtest und dann die Stunden teilst, kommt dein Wert für Zeit raus.

Also sagen wir du willst 4 Wochen im Sommer mit deiner Familie Urlaub haben und im Winter auch 2 und dann noch Skifahren gehen im Frühjahr und regelmäßig ein verlängertes Wochenende usw Zeit haben. Dann gehen wir also davon aus, dass du ca. 3 bis 3,5 Wochen pro Monat arbeitest und da mit rund 40 Stunden, sind also um auf 10.000,- pro Monat zu kommen rund 75,- Euro / Stunde.

Deine Zeit hat jetzt einen Wert. Und die Rechnung ist jetzt noch nicht ganz richtig, weil du natürlich nicht jede Stunde, die du arbeitest, auch Geld verdienst. Das ist jetzt aber nicht so wichtig, um zu verstehen, auf was ich hinaus möchte.

Denn es geht weniger um den Wert der pro Stunde raus kommt, als mehr um den Prozess, das für dich zu durchdenken. Jetzt schickst du nämlich Botschaften an dich, dass du Zeit tatsächlich wertschätzt. Jede Stunde hat plötzlich ein Preisschild.

Und dadurch passieren folgende Dinge: Einerseits wird es dir dadurch möglich sein, plötzlich zu erkennen, dass gewisse Tätigkeiten einfach keine 75,- Euro Tätigkeiten sind und auf der anderen Seite wirst du plötzlich Antworten bekommen auf die nie gestellte Frage, wie du 75,- euro verdienen kannst pro Stunde. Der Prozess nimmt dadurch Dynamik auf. So funktioniert die Kommunikation zwischen unserem Kopf und dem Unterbewusstsein. Es wird dir andere Antworten liefern, auf Fragen, die du dadurch unbewusst stellst.

Konnte ich mir es damals leisten meine Entnahmen einfach zu verdoppeln? Nein, natürlich nicht. So dachte ich zumindest.

Durch den Prozess und durch das Schaffen von Tatsachen, dass ich mir mehr Geld entnommen habe, hat sich jedoch vieles verändert.

Ich hatte nicht nur mehr Geld zur Verfügung, sondern ich hatte vor allem auch mehr Zeit. Ich ging mit meiner Zeit viel wertschätzender um.

Am Ende ist es dann die Frage was du aus dieser neu gewonnen Zeit machst. Investierst du sie in noch mehr Vertrieb, um mehr Geld und damit noch mehr gespeicherter Zeit zu verdienen oder nutzt du diese Zeit, dann für die Dinge, die dir wirklich wichtig sind. Das ist deine Entscheidung. Ganz wie der Fischer, in der Geschichte. Wo genug ist, und wie du deine Zeit nutzen willst, bleibt am Ende dir und deinen Zielen überlassen.

Aus meiner Sicht ist es also kein entweder oder. Kein Geld ist wichtiger oder Zeit ist wichtiger. Aus meiner Sicht ist das eine, das andere.

Wie lautet deine Antwort?

Danke, dass du wieder bis zum Schluss geblieben bist.

Schick mir gerne deine Antwort auf LinkedIn oder Instagram. Du findest meine Kontaktdaten in den Shownotes und wie immer auf attacke.show und die Nummer dieser Folge. Im heutigen Fall also attacke.show/27

Bis zum nächsten Mal. Attacke!