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#029 – sei niemals zufrieden

Heute nehm ich dich mit in ein paar Gedanken rund um Zufriedenheit, Dankbarkeit und wie dir eine Bucketlist dabei helfen kann, deinen Antriebsmotor am Laufen zu halten.

Anfang 30 hatte ich gefühlt für mich alles erreicht, was ich mir so mit 14, 15 als Ziel vorgenommen hatte. Ich nachhinein betrachtet waren meine Ziele viel zu klein. Aber das habe ich erst ein paar Jahre später so richtig verstanden.

Geholfen hat mir dabei unter anderem das Buch „Lust an der Leistung“ des Verhaltensbiologen Felix von Cube. Ein Buch über Führung. Ich habe es vor ein paar Jahren als Tipp bekommen und gelesen. Nach den ersten Seiten, wollte ich es schon fast wieder weglegen, weil es etwas komisch zu lesen war und gerade die ersten Kapitel mir auch nicht wirklcih hilfreich erschienen. Nachdem es jedoch ein Tipp war, hab ich mich dennoch dazu entschlossen, es einfach weiter zu lesen. Und im Nachhinein bin ich sehr dankbar und froh, dass ich es getan habe, weil in diesem Buch viele Erkenntnisse steckten. Mit jeder Seite war es fesselnder und ergab immer mehr Sinn.

Den Gedanken, den heute aus dem Buch mit dir teilen möchte, ist jener, dass du dich niemals zufrieden geben solltest.

Ich war Anfang 30 zufrieden. Ich war Inhaber eines Medienhauses, dass ich mit 26 begonnen habe aufzubauen. Ich war regelmäßig in verschiedenen Medien, unter anderem auch im TV auf Pro7 und ATV. Habe dann durch einen Conulting-Auftrag die Geschäftsführung eines Service Centers übernommen und gefühlt hatte ich alles erreicht. Ich konnte auf der eine Seite finanziell gut mein Leben bestreiten und auf der anderen Seite war ich selbstbestimmt und zeitlich unabhängig.

Was soll da also noch groß kommen?!

Und das ging auch ein paar Jahre gut, bis so ungefähr mitte 30 sich immer mehr eine Leere in mir auftat, die ich nicht wirklich verstanden hatte. Ich begann wieder intensiv Bücher zu lesen, Hörbücher und Podcast zu hören, besuchte regelmäßig Seminare, tauschte mich mit meinem damaligen Trainer aus, bis ich verstand, was da mit mir los war.

Ich war zufrieden.

Auf den ersten Blick ist das vielleicht nichts schlechtes. Doch das ist es.

Aus diesen Erfahrungen nehme ich ein paar Learnings für mich mit

  1. Sei dankbar, jedoch nie zufrieden
  2. Setze dir große Ziele und ganz nach dem Motto 10x denke sie alle nochmal größer
  3. Hab so viele Ziele, damit sie dir niemals ausgehen

Lass uns da einfach mal reingehen.

Es gibt einen Unterschied zwischen Zufriedenheit und Dankbarkeit.

Felix von Cube zeigt in seinem Buch auf, was mit einer Gesellschaft passiert, die Zufrieden ist und ähnliches habe ich damals bei mir selbst beobachtet. Eine Gesellschaft die zufrieden ist, hört auf sich weiterzuentwickeln. In meiner Jugend habe ich versucht alles zu lernen, was mir persönlich für meine Ziele als wichtig erschien. Ich war da sehr selektiv – auch in der Schule, lernte ich nur für die Fächer, die ich spannend fand, alles andere versuchte ich nur zu bestehen.

Ende 20, Anfang 30, als ich immer zufriedener wurde, hörte das auf. So mitte 30 nahm ich ein Ideenbuch zur Hand, dass ich mit 25 geführt hatte und ich war erschrocken, wie viele Ideen, Konzepte und Learnings ich darin notiert hatte und wie viele dieser Erkenntnisse ich wieder vergessen hatte und wie wenig der Ideen ich tatsächlich umgesetzt hatte

In mir kam die Frage auf – wo wäre ich, wenn ich die letzten Jahre weiter gelernt hätte, weiter die Ideen und Projekte voran getrieben hätte. Welche Entwicklung hätte statt gefunden?

Und genau das beschreibt Felix von Cube in seinem Buch. Ausgelöst durch Zufriedenheit. … Sie wirkt wie ein Bremsklotz.

Und aus meiner Sicht führt das nicht nur zum Stillstand, sondern immer mehr in Selbstauflösung, gegebenenfalls vielleicht in eine Depression – auf jeden Fall wird aus einer augenscheinlich positiven Zufriedenheit, eine negative Abwärtsspirale.

Zufriedenheit ist daher nichts positives – auch wenn uns das so mitgegeben wird. Unzufriedenheit ist der Motor, der uns antreibt.

Die Natur, die Evolution funktioniert so. Schauen wir uns um. Die Natur lebt uns die Jahreszeiten vor. Sie erblüht jedes Jahr erneut, nur um kurz darauf wieder alles zu zerstören, um einfach danach wieder neu – ein stückchen anders zu erblühen. Die evolution ist bestrebt, sich ständig zu verändern – und dabei geht es nicht immer nur um die beste Version – also um perfektion, denn das würde ja bedeuten, dass es irgendwann ein ende gibt – und das gibt es in der natur nicht und in der evolution nicht. Die evolution unterscheidet nicht zwischen guter entwicklung und schlechter entwicklung. Manche entwicklungen führen in eine sackgasse und regeln sich von selbst, obwohl sie davor vielleicht aussahen, wie die beste Version, nur um kurz darauf wieder zu verschwinden.

Es ist wie jing und jang. Gut und Böse. Schwarz und Weis. Ordngung und Chaos. Wenn wir uns das Jing / Jang Symbol ansehen, werden wir erkennen, dass die beiden in einander verschlungen sind. Deine eine kann nicht ohne das andere. Das eine ergibt das andere. Auf Frühling folgt irgendwann der Herbst und irgendwann wieder der Frühling. Auf Chaos folgt Ordnung, nur um dann wieder im Chaos zu landen.

Und genau das hat Zufriedenheit mir mit gemacht. Die Zufriedenheit hat mir gelähmt. Es war also an der Zeit wieder Unzufrieden zu werden, um vor an zu kommen.

Sei dankbar, aber gib dich nicht zufrieden, ist seither einer meiner Leitsätze.

Doch auch dankbarkeit wird uns oft falsch mitgegeben. Dankbarkeit führt nämlich rasch in die falsche Sichtweise.

Wenn wir sagen, sei dankbar. Geht es nicht darum, demütig in die Vergangenheit zu blicken, um zu sagen, schau wo du her kommst und deswegen sei demütig und verlange nicht zu viel vom leben. Darum geht es nicht bei dankbarkeit.

Sondern es geht darum, dankbar für den Weg zu sein, um Vertrauen in die Zukunft zu gewinnen. Der Blick in die Vergangenheit dient also dazu, Kraft zu tanken, um künftige Herausforderungen zu meistern.

Sei dankbar, was du erreicht hast, damit Vertrauen für neue Herausforderungen steht.

Sei dankbar, woher du kommst, um deinen Weg kraftvoll weitergehen zu können,

Sei dankbar, was du schon alles erlebt hast, im vertrauen, dass da noch viel mehr kommt.

Sei also dankbar und nicht zufrieden. Und dazu gehört für mich eine Liste mit Zielen, die niemals enden darf. Für mich ist das z.B. eine Bucketlist.

Was ist ein Bucketliste?

Eine Liste mit all jenen Dingen und Zielen, die du in deinem Leben noch erreichen möchtest. Dabei geht es nicht nur um materielles, sondern all das was dir in den Sinn kommt. Meine Liste umfasst derzeit gut 90 Punkte. Die ersten 30-40 waren recht rasch gefunden. Dafür braucht in nur 1 oder 2 Tage. Seither nehme ich die Liste unregelmäßiger her und trage immer wieder neue Punkte hinzu.

Und ja klar, einiges davon habe ich erreicht. Ich versuche aber dann gleich wieder neue Punkte drauf zu schreiben.

Diese Bucketliste ist also mein Antrieb, niemals zufrieden zu sein. Stets etwas neues erleben zu wollen, lernen zu dürfen, aus meiner Komfortzone wieder ausbrechen zu dürfen.

Was steht so auf meiner persönlichen Bucketliste?

Da stehen Sprachen die ich lernen möchte drauf, Orte die ich besuchen möchte, Reisen die ich unternehmen möchte, also z.B. dass ich einmal mit einem ganz speziellen Zug fahren möchte, Menschen denen ich einmal begegnen möchte, aber auch berufliche Ziele, materielle Ziele und vieles mehr.

Eine Frage, die aus meiner Sicht hilfreich ist, um Ziele zu definieren ist, z.B. die Frage „Was würdest du tun, wenn Geld keine Rolle spielt“.

Andere Frage die dir helfen, sind:

  • Wie will ich leben
  • Wo will ich leben
  • Was will ich erleben
  • Was möchte ich alles ausprobieren
  • Was will ich kennenlernen
  • Welche orte will ich sehen
  • Was will ich schaffen
  • Was will ich erschaffen
  • Wen will ich kennenlernen
  • Mit wem will ich zusammenarbeiten
  • Was möchte ich alles lernen
  • Welche Grenzen möchte ich überschreiten
  • Was soll bleiben, wenn ich nicht mehr bin
  • Wem möchte ich helfen
  • Wie möchte ich helfen

Die Liste lässt sich mit Sicherheit fortführen und genau das sollte auch dein Ziel sein.

Hast du eine Bucketlist, dann nimm sie her und gehe sie nochmals durch, vielleicht kannst du heute nochmal eetwas hinzufügen. Hast du noch keine, dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt anzufangen. Stell dir die nächsten Tage jeden Tag eine der zuvor genannten Fragen und schreib deine Ideen auf deine Bucketlist. Hör erst auf dir diese Fragen immer wieder zu stellen, wenn du 100 Punkte oder mehr erreicht hast.

Ich bin bei knapp 90. Also du siehst, es ist völlig normal und ok, nicht sofort auf 100 Punkte zu kommen und ich führe meine Bucketliste seit einigen Jahren mittlerweile.

In dem Sinn, wünsch ich dir also viel Spaß und Erfolg mit deinen Antworten und hoffe, dass da heute wieder einige Impulse für dich mit dabei waren.

Danke, dass du bis zum Schluss dabei warst. Ich freu, wenn du jetzt noch schnell den Podcast abonnierst und mir 5 Sterne da lässt.

Bis zum nächsten Mal. Bleib unzufrieden – viel Erfolg die kommenden Tage. Attacke!