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#058 – Auto weg. Büro weg. Bin ich pleite?!

Vielleicht folgst du mir auf Instagram und hast es in den Storys gesehen. Mein Auto ist weg. Mein Büro ist weg. Bin ich pleite? Bin ich ein Corona-Opfer? …

Und damit willkommen zu einer neuen Folge von Attacke! Der Podcast für Selbst & Ständige, Unternehmer und all jene, die nicht länger Zeit gegen Geld tauschen wollen. Mein Name ist Michael und ich freu mich, dass du heute wieder mit dabei bist.

Wir tauschen Zeit gegen Geld … vor allem weil wir viel Geld für Dinge brauchen, von denen wir glauben, dass wir sie haben müssen.

Der österreichische Schauspiele Walter Slezak sagte einmal: „Viele Menschen benutzen das Geld, das sie nicht haben, für dein Einkauf von Dingen, die sie nicht brauchen, um damit Leuten zu imponieren, die sich nicht mögen.“

Wie ist das mit Dir? Hast du Dinge, weil du denkst, dass du sie haben musst, um jemand zu sein? Oder bist du jemand, der Dinge kauft, weil sie dich oder dein Unternehmen weiterbringen?

Ich habe mein Büro gekündigt und mein Leasing Auto zurück gegeben

Und für mich ist das Freiheit. Eine Freiheit die ich seit langem vermisst habe.

Weißt du, mit 16 träumte ich vom eigenen Auto. Zumindest in meiner Generation stand ein Auto für Freiheit.

ich hatte mit bereits 18 mein erstes eigenes auto. Es war ein opel ascona. Nicht das neueste modell, aber es war großartig. Es war Grün. War ein sportlicher 5-Türer mit einem sportlichen Fließheck.

Gleich bei meiner ersten Fahrt ging der Kühler ein. Ich stand irgendwo auf einer Kreuzung in Wien und es dampfte aus der Motorhaube … aber das war mir egal … ich hatte mein erstes eigenes Auto.

Die Sitze waren schon etwas abgenutzt, also kaufte ich Überzüge, damit man das nicht sah … der Motor verlor irgendwo ziemlich viel Öl … alles ganz egal … es war schließlich mein erstes eigenes Auto.

ich war als chaffeur gefragt. 🤪

Ich konnte überall hin. Egal zu welcher Uhrzeit.

Ich konnte Freunde mitnehmen.

Wir fuhren zu Orten, die mit den Öffis einfach schwer oder gar nicht erreichbar waren. Am Wochenende in die Disco, unter der Woche in die Schule … obwohl, das machte am wenigsten Sinn. Meine Schule war in der Wiener innenstadt und die war auch damals schon eine Kurzparkzone. D.h. ich musste jede Pause in der Schule runterlaufen und Parkschein wechseln … Abgesehen von den Kosten, war damit auch meine Pause stark eingeschränkt.

Aber das war mir egal. Hauptsache mit dem eigenen Auto in die Schule. Haupstache cool.

doch was ist heute anders? Heute denke ich anders. Mein Mindset hat sich verändert.

Mit dem auto kommen auch Aufgaben: reifenwechsel, tanken, parken, waschen … das alles kauft man sich im kopf dazu … und das schleppt man unbewusst auch den ganzen Tag mit sich rum.

Und so geht es uns mit allen Sachen, die wir anschaffen. Wir schleppen sie – auch wenn sie einfach nur im Keller rumliegen, mit uns herum.

Für mich ist das keine Freiheit!

Das ist Verantwortung.

Das ist Belastung.

Und vor allem legt es mich fest – dieses Auto.

Statt flexibel mal Auto, Öffentlich, Zug, Taxi, usw- – ist es immer das Auto.

Bevor ich in die Wiener Innenstadt gezogen bin, … ich war damals mitte 20 lebte ich noch in meiner ersten Wohnung, die ich mit 16 bezogen habe. Meine Mutter hatte damals Wien verlassen und ich konnte sie davon überzeugen, dass ich alleine in Wien bleibe, schließlich hatte ich noch 3 Jahre Schule vor mir.

Die Wohnung war mit 45 qm für mein Alter mehr als ausreichend – und vor allem war sie auch günstig. Die Miete betrug gerade einmal 200 Euro.

Mit der Zeit wurde mir die Wohnung dann aber zu klein oder meine Ansprüche einfach zu groß, also wollte ich umziehen. Was ich dann auch tat.

Meine Wohnung die ich mit 26 bezog, kostete um die 1.000 Euro Miete – also 5x so viel. Und das bedeutete für mich Verzicht aufs Auto. Ich habe das lange abgewogen. Auto oder Innenstadt.

Nachdem ich in der Innenstadt alles zu Fuß machen konnte, war der Deal für mich absolut in Ordnung, also kein Auto mehr …

Als dann irgendwann auch die finanziellen Möglichkeiten stiegen, kamen wieder Dinge step by step hinzu.

Meine Wohnung die ich bezog, war am Anfang sehr minimalistisch. Und ich liebte es. Mit der Zeit sammeln sich einfach Dinge an, also kam dann noch ein Schrank hier und ein Tisch da … und plötzlich über die Jahre ist die Wohnung eingentlich wieder ziemlich angeräumt.

Und irgendwann kam dann auch wieder ein Auto ….

Für mich bedeutet Frei sein, die Wahl zu haben, wie ich mich fortbewege. Ein Autozuhaben bedeutet für die meisten, dass auch ausschließlich mit dem Auto gefahren wird. Und bei mir ist das auch so. In der Anfangszeit meiner neuen Wohnung ging ich zu Fuß, fuhr U-Bahn oder auch mal Taxi.

Mit dem Auto war es hauptsächlich Auto.

Wir reden uns ein, dass wir dieses oder jenes haben müssen, dass wir es brauchen, … um etwas machen zu können oder um jemand ganz bestimmter zu sein.

In der Jugend stand das Auto für Freiheit, aber auch für Anerkennung von Gleichaltrigen …

und so gibt es in unserer Gesellschaft viele Dinge, die wir von Klein auf mitbekommen, was wir alles haben sollten … ein Eigenheim, ein Auto, später mal ein größeres Auto, ein größeres Haus … Kleidung, größere TV-Geräte … das neues iPhone usw.

Ende Juni ist mein Leasingvertrag ausgelaufen und ich stand vor der Entscheidung neues Auto oder Leasing verlängern oder wieder ohne Auto sein?

Auch war für mich schon länger klar, dass ich mein Büro aufgebe – mein Leben hat sich in den letzten Monaten neu ausgerichtet und da war ein Büro einfach nicht mehr notwendig.

Die Entscheidung habe ich über Wochen, fast schon Monate gewälzt, bis für mich klar war, dass ein Büro für mein Unternehmen nicht notwendig ist und als Unternehmer investiere ich in notwendiges Betriebsvermögen, weil es mich und mein Team nach vorne bringt und nicht, weil es sich gut anfühlt oder weil man als Unternehmer halt ein Büro „hat“.

Und so kam es, dass auch hier Ende Juni der Mietvertrag zu ende war und ich in der einen Woche mein Auto zu BMW zurück gebracht habe und in der Woche darauf, mein Büro geleert habe und die Schlüssel abgegeben habe.

Und es fühlte sich gut an.

In jeder Woche gewann ich etwas mehr an Freiheit zurück.

Mein Kopf wurde leerer. Und das fühlt sich großartig an.

Nicht nur, dass die ganzen Todos weg sind und dami die Verantwortung dafür … es bleibt jetzt natürlich auch Budget über für andere Dinge … Und mehr Geld, bedeutet gleichzeitig noch mehr Freiheit.

Ich arbeite seit Jahren mit dem Kontenmodell von Bodo Schäfer. Ich verlink dir gerne in den Shownotes das Buch von ihm, dass für mich vor Jahren ein Gamechanger war.

Das Geld, dass vorher Monat für Monat für Leasingrate, Versicherung, Büromiete usw. verplant war, ist ja immer noch da … das sammelt sich jetzt einfach auf einem entsprechenden Konto an.

Und ich weiß nicht, ob du das kennst … aber ich liebe das Gefühl, wenn sich über Monate auf Konten die einen bestimmten Verwendungszweck haben, Geld ansammelt … das gibt mir Bewegungsfreiheit. Das ermöglicht Spielraum …

Und gerade als Unternehmer liebe ich diesen Spielraum … Das ermöglicht zB. neue Ideen umzusetzen mit Spielkapital … das ermöglicht Fehler, … Fehlkäufe, Fehlinvestitionen … einfach wegzustecken … oder im Privaten Bereich … da landet das Geld fürs Auto jetzt einfach auf dem Urlaubskonto … ich denke, du kannst dir selbst ausmalen, wie toll es ist, auf Reisen nicht aufs Geld schauen zu müssen, weil sich jeden Monat jetzt zusätzlich einiges an Geld ansammelt.

Ich glaube, ich werde jetzt meinen Keller ausräumen … irgendwie fühlt sich das gerade so gut an, Dinge wegzugeben …

Schreib mir auf Instagram, was Freiheit für dich bedeutet … ich freu mich Feedback und deine Kommentare.

Und du weißt, Zuhören alleine, bringt dich nicht weiter … also vielleicht möchtest auch du mal deine Verantwortungen durchgehen, um einige davon wieder abzugeben … und sei es nur den Kleiderkasten mal wieder zu entleern.

Viel Spaß beim Umsetzen. Attacke!